Isa

Der Wohlstandsmüll „Tier“ wird auf der Straße entsorgt.

Das momentane Reizthema zwischen Guxhagener Katzenhilfe und der Kostenerstattung für „Fundtiere“ durch die Kommunen kochte auch an diesem Wochenende wieder hoch, nachdem in den Abendstunden sich tierliebe Mitbürger bei der Guxhagener Katzenhilfe meldeten und über Katzenfunde berichteten.

Am Samstagabend meldete sich eine junge Frau aus Körle, die in der Nähe der ICE-Brücke bei Unterempfershausen ausgesetzte Katzenbabys am Straßenrand gesehen hat. Nachdem sie versucht hatte Hilfe zu erhalten, startete sie mit ihrer Schwester eine Nachsuche, jedoch ohne Erfolg. Kurz danach meldete sich eine weitere Frau bei der Guxhagener Katzenhilfe, die im Papierkorb an einer Melsunger Bushaltestelle ein in einem Geschirrtuch eingewickeltes Katzenbaby gefunden hat. Das Katzenbaby wurde nach TH Beuern gebracht. Die Krönung erlebten die Tierschützer dann in der Nacht vom Sonntag zum Montag, den 18.10.2010, in Guxhagen. In einem weißen Katzenkorb, der hinter dem Zaun der Geschäftsstelle im Vorgarten abgestellt wurde, fand gegen 04:15 Uhr Johanna und Dieter Büchling eine schwarze Katze. Auch diese Katze wurde in Vereinsobhut genommen. Bei allen drei Fällen handelt es sich um das Aussetzen von Tieren nach § 3 Abs. Nr. 3 und 4 Tierschutzgesetz, was eine strafbare Handlung darstellt und mit einem Bußgeld oder auch mit einer Freiheitsstrafe belegt werden kann.

Und hier die Bitte der Tierschützer: Wenn die Abgeber anonym bleiben wollen, dann sollte ein Zettel geschrieben werden, auf dem der Name der Katze (Tier) steht, ob eine Kastration durchgeführt wurde oder wann die letzte Impfung stattgefunden hat und welches Futter die Katze gern frisst. Das Vorent-halten dieser Informationen kostet Spendengelder und kann lebensrettend für das Tier sein.

Bereits am vergangenen Wochenende waren auch die Aktivisten des Guxhagener Vereins kurz vor Mitternacht unterwegs. Gegen 22:30 Uhr erhielt die Guxhagener Katzenhilfe einen Hilferuf aus dem Holzhäuser Spielcasino. Dort hatte sich eine Katze eingenistet und bettelte um Futter. Kurz entschlossen machte sich die 1. Vorsitzende – Johanna Büchling – des Vereins mit Ehemann auf den Weg, um die Katze ebenfalls in die Obhut des Vereins zu nehmen.

Die Guxhagener Tierschützer haben 48 Fundtiere in 2008, 100 in 2009 und 74 in 2010 in Obhut ge-nommen. Eine Kostenerstattung von den Kommunen oder dem zuständigen Tierheimen erfolgte nicht. Bei einer gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfrist von 28 Tagen entstanden der Guxhagener Katzenhilfe bei einem Tagessatz von 5,00 € pro Tag für 2008 gleich 6.720 €, für 2009 gleich 14.000 € und für 2010 (bis einschl. September) gleich 10.360 Euro an Auslagen. Somit hat die Guxhagener Katzenhilfe insgesamt 31.080 € aus Spendengeldern für die Versorgung, ohne die Kosten für die tierärztliche Betreuung, aufgewandt für eine Dienstleistung, die laut Gesetzgeber eindeutig geregelt ist und nicht den kleinen Tierschutzvereinen obliegt.

 
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